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Full text of "Über die Technik und den Vortrag der Chorgesänge des Äschylus"

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J^i^m 



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© 

ÜBER DIE 



TECHNIK UND DEN VORTRAG 



DER 



CHORGESÄNGE DES ÄSCHYLÜS. 



DER 
JULIUS-MAXIMILIANS-UNIVERSITlT WÜRZBURG 

ZUR 

DREIHÜNDERTJÄHRIGEN JUBELFEIER 



GEWIDMET VON 

Db. n. wecelein, 

KGL. PBOFXSSOR AM GYMNASIUMUND DOCBNT AM liYOSUM ZU BAMBSBO, 
COBBBSPOND. MITGLIBD DBB KOIi. BATB. AKADBMIB DBB WISSBNSOHAI'TBK. 



BESONDERER ABDRUCK AUS DEM DREIZEHNTEN SUPPLEIIENTBANDE DER JAHRBÜCHER 
FÜR CLASSISCHE PHILOLOaiB. 



LEIPZIG, 

DRUCK UND VERLAG VON B. G. TiBUBNER. 

1882. 



^ou f. ^cr 






Die Seitenzahlen sind die des dreizehnten Snpplenientbandea der 
Jahrbücher fSr classische Philologie. 



* 



über den Vortrag der tragischen Chorgesänge haben ver- 
schiedene Gelehrte schätzenswerte Beobachtungen gemacht; aber 
über bestimmte Grandsätze und Kriterien ist man noch nicht einig 
geworden. Im folgenden suchen wir für die Technik und den Vor- 
trag der Äschylischen Chöre einige Anhaltspunkte durch die Berück- 
sichtigung erstens der nichtantistrophischen Partien, zweitens der 
Eph3rmnien, drittens der Gliederung der Chorgesänge zu gewinnen. 

1. Ein Chorikon, welches aus verschiedenen sich nicht respon- 
dierenden Teilen besteht, haben wir Agam. 475—488. Allerdings 
könnte dieses Chorikon hier nicht in Betracht kommen, wenn es als 
eine Epodos des vorhergehenden Stasimon bezeichnet werden müfste, 
Dafs es aber mit diesem Stasimon in keiner Verbindung steht, nicht 
als ein Teil und Abschlufs desselben erscheint; hat 0. Müller ge- 
sehen und R. Amoldt der Chor im Ag. des Aesch. Halle 1881 S. 
41 flf. über allen Zweifel erhoben. Ebenso sicher ist es, dafs Hermann 
die Partie richtig in vier Teile geteilt hat: 1) TTUpöc . . i|iu9oc. 
2) TIC . . Ka)i€Tv; 3) Y^vaiKÖc . . Suvaiv^cai. , 4) mGavöc . . kX^oc. 
Der Inhalt zeigt so deutlich wie nur immer möglich, dafs vier nach 
einander sprechende Personen sich in der Bezeugung der Unsicher- 
heit des Feuersignals und der Leichtfertigkeit ohne weiteres daran 
zu glauben überbieten. Um so überraschender ist es, wenn unmittel- 
bar darauf die Meldung durch den Boten bestätigt wird. 0. Müller, 
welcher das Chorikon unter drei Personen verteilt, dachte an ein 
2:uYÖv, Hermann an die Aristerostaten, indem er dem jn^coc dpi- 
CT€poö die darauffolgende Meldung des auftretenden Boten (489 — 502) 
zuteilt. Dieser Disposition, welcher auch Amoldt a. 0. sich an- 
schliefst, steht entgegen, dafs die Trimeter 489 — 502 zwei Personen 
gehören müssen. Denn eö fäp irpöc eö q)av€ici TTpocOriKii tt^Xgi 
(500) ist Schlufsvers und mit öcTic xdb* äXXoc T^b' dTteux^Tai 
TTÖXei, aÖTÖc (ppevuiv KapTTOiTO Tf)V dinapriav mufs, wie der Inhalt 
und die mangelnde Verbindung zeigt, ein anderer seinen Beifall zu 
den vorher geäufserten guten Wünschen geben. Da Niemand an- 
wesend ist als der Chor — entgegenstehende Ansichten verdienen 
keine Berücksichtigung — , so kann auch der letzte sprechende nur 
ein Choreute sein und sprechen nicht fünf, sondern sechs Personen 
nach einander. Darum können wir für jene vier Chorteile auch nicht 
einen CToTxoc ansetzen, der bei einem Chor von zwölf Personen der Zahl 
nach entsprechen würde. An den Halbchor von sechs Personen kann 



216 N. Wecklein: 

man wohl deshalb nicht denken, weil man nicht einsähe, warum nur 
der eine Halbchor zum Wort kommen sollte. Aber die fraglichen 
sechs können auch zweimal drei oder dreimal zwei gleiche Personen 
sein. Im ersteren Fall hStte man den Kor^phaios und die beiden 
Parastaten^), im letzteren die beiden Halbchorführer, wovon der eine 
auch Koryphaios ist. Wir müssen uns für das letztere entscheiden, 
weil wir nicht 2X3, sondern 4 -f- 2 Teile haben. 

Ein weiteres Beispiel mangelnder Responsion bietet die Parodos 
oder besser gesagt Epiparodos der Eumeniden (244 — 276). Man 
hat zwar Besponsion herstellen wollen, aber der klägliche Erfolg 
wird vor solchen Versuchen abschrecken. Es treten zunächst in 
261 — 275 deutlich fünf Teile hervor, die immer mit einem Trimeter 
beginnen. Die vorausgehende sechste Partie, welche, wie die Er- 
widerung TÖ b* o\) TTOtpecTiv (261) zeigt, mit dem folgenden in Ver- 
bindung steht, mufs also auch mit einem Trimeter begonnen haben. 
Der mangelhafte Trimeter der Überlieferung 8b' aöxe y' o\)V dXKdv 
fX^V Ttepi ßp^T€i kann dies nicht gewesen sein, weil irepl ßp^xei 
mit TtXexOeic einen Dochmius bilden mufs und der Sinn den über- 
lieferten Text als lückenhaft kennzeichnet. Beispielsweise ergänzen 
wir die Lücke in folgender Weise: 

ob* aure YOiiv<öv l&Qeov djc> dXKCiv ^x^v 
Tcepi ßp^xei TcXexOeic Geäc djLißpÖTOu 
uTTÖbiKOC 9eXei T^v^cOai x^puJV. 

Diesen sechs Teilen geht noch eine dochmische Partie voraus und 
dieser zehn Trimeter. Der gleichmäfsige Anfang jener sechs Teile 
mufs natürlich auf den Gedanken bringen, der vorhergehenden 
dochmischen Partie den letzten Trimeter (253) als Anfang zu 
geben, wie dies früher 0. Müller, neuerdings wieder Kirchhoff 
gethan hat. Das ist aber nicht statthaft; weil 252 und 253 
zusammengehören, wie wenn es hiefse: Kai vöv 8b' dv9db' den ttou 
KaxaTTTaKiuv öc)ir\ ydp ßpoieiiDV al)LidTU)V |Lie TipocTeXqu Es unter- 
scheidet sich also die siebente (blofs dochmische) und achte (blofs 
aus Trimetern bestehende) Partie von den übiigen sechs. Sicher ist, 
dafs verschiedene Personen oder verschiedene Teile nach einander 
zum Vortrag kommen. Am deutlichsten tritt es bei den schon er- 
wähnten Worten tö b' oö irdpecTiv (261) hervor; auch werden ja 



^) Ich verstehe darunter die zwei Choreuten, welche dem Eoryphaios 
zur Seite stehen, wenn der Chor in drei Stoichoi der Bühne zugekehrt 
ist. Freilich haben wir kein Recht, das Wort irapacrdTT^c 80 zu ge- 
brauchen und den Parastaten eine bevorzugte Stelle zu geben. In 
Aristot. Polit. III 4 bezeichnet irapacrdriic den gemeinen Choreuten in 
Gegensatz zum Eoryphaios, in Aristot. Met. IV 11 wird weiter nichts ge- 
sa^, als dafs, wenn der Koryphaios (als jLxdcoc dpiCTcpoO) die Mitte bildet, 
sein Nebenmann (irapacrdTr^c) eher kommt als derjenige, der an dritter 
Stelle steht (TpiTOCTdxric), weil dann von der Mitte aus gerechnet wird. 
Es ist also irapacTdnic gar keine technische Bezeichnnng. 



über die Technik u. den Vortrag der Chorgesänge des Äschylus. 217 

durch den 'gleichen Anfang sechs Teile geschieden, diese Scheidung 
mufs ihren Zweck haben. Man hat das Ganze bald an sieben (Her- 
mann), bald an acht (Linwood), bald an zwölf (Franz), bald an fünf- 
zehn (R. Arnoldt) gegeben. Die Verteilung an fünfzehn hat keine 
Berechtigung; die an zwölf ist auch nicht möglich, weil die zehn 
Trimeter zusammengehören. Ich mufs dabei meinen eigenen früheren 
Irrtum bekennen. Kirchhoff setzt vor 263 ^chori partes singulae', 
man müfste also die vorausgehenden Trimeter dem Koryphaios, die 
sieben Teile ähnlich wie 0. Müller siebenmal zwei Choreuten geben. 
Das ist aus dem schon angeführten Grunde nicht richtig, weil 253 
zum vorhergehenden gehöi*t. Und wollte man die gleiche Verteilung 
auch nach Abtrennung dieses Trimeters festhalten, so ist die Ana- 
logie der sechs übrigen Teile entschieden dagegen: wenn dieser Teil 
den folgenden gleich steht, mufs er auch in gleicher Weise mit einem 
Trimeter anheben. Wie gesagt, beben sich acht Teile deutlich ab; 
was ist damit anzufangen? Was bedeutet es, wenn wir einfach die 
Zahlzeichen von 1 — 8 oder nach anderer Auffassung von 1 — 7 vor- 
setzen? Erinnern wir uns der Epiparodos des Aias. Dort tritt zu- 
erst der eine, dann der andere Halbchor auf. Nehmen wir hier das 
gleiche an, so ist alles klar. Die Tiimeter 244 — 53 spricht der 
Koryphaios als Führer des ersten Halbchors. Er schliefst mit den 
Worten: *er mufs hier irgendwo sein; der Duft von Meuschenblut 
giebt mir den angenehmen Beweis dafür'. Darauf ruft der Halb- 
chor seinem Führer zu, sich genau nach ihm umzuschauen und ja 
nach allen Seiten zu sehen, dafs er nicht entwische: 

öpa öpa jLidX' aö \evcc4. t€ irdvia, ixi\ 
XdGij q)ÜYÖa ßdc jujiTpo<pövoc driTac. 

Nun kommt der zweite Halbchor, ein Mitglied nach dem anderen; 
gleich die erste Furie entdeckt den Verbrecher (8b' auT€ kt^. d. i. 
hier ist er, wieder glaubt er wie in Delphi an dem Heiligtum einen 
Schutz zu haben). 

Es ist gut, dafs wir mit diesem Ergebnis einen neuen Beweis 
für die Zwölfzahl der Choreuten bei Äschylus gewonnen haben, da 
manche (in neuester Zeit Kirchhoff und B. Arnoldt) immer noch 
daran festhalten, dafs.Ag. 1344 ff. fünfzehn Choreuten sprechen, ob- 
wohl in der Beratung des gesamten Chors 12 Stimmen abgegeben 
werden. Es ist dort auch der Wechsel des Versmafses zu beachten 
und die drei Tetrameter scheinen nicht drei, sondern zwei d. L dem 
Führer des einen und de^i Koryphaios als Führer des anderen Halb- 
chors anzugehören. Die Zwölfzahl hat Weil noch in Eum. 585 — 608 
gefunden. Auch der Areopagiten scheinen in den Eumeniden zwölf 
gewesen zu sein. Kirchhoff hat nämlich erkannt, dafs die ^f\c\c der 
Athena 681 — 710 nach 573 zu setzen ist Femer ist zu beachten, 
dafs auf die Frage der Athena Ti f&p; iTpöc u|liiüv ttujc TiGeTc' 
fi|Lioja(poc i5; (678) keine Antwort erfolgt. Worauf soll sich TiGeTca 



218 N. Wecklein: 

beziehen, wenn der 0€C|liöc wegfällt. Mit diesem mufs auch der Vers, 
welcher nach der Versetzung von 681 — 710 die zwölfmalige Wieder- 
kehr eines Distichon unt-erbricht, wegfallen. Die zwölf Distichen 
676 — 730, sechs des Chors, sechs des Apollo (die Personenbezeich- 
nung 679 ist von Weil und vor Weil schon von Karsten berichtigt 
worden), begleiten die Abstimmung des Areopags und suchen noch 
auf dieselbe einzuwirken. Man darf gewifs annehmen, dafs nach 
jedem Distichon eine Stimme abgegeben werde. 

fiine dritte nichtantistrophische Partie mufs entschieden in dem 
ersten Teile der Parodos der Sieben g. Th. 78 — 108 anerkannt 
werden. Alle Liebesmüh, Strophen und Antistrophen zu bilden, ist 
umsonst gewesen. Dagegen hat sich in der folgenden Partie 109 — 1 50 
die Annahme antistrophischer Responsion immer mehr bewährt und 
seitdem für die sechsfiache Wiederkehr des gleichen Versmafses eine 
Erklärung, gefunden ist, woräber später, haben wir keinen Grund 
mehr daran zu zweifeln. Deutlich nun weist der Inhalt jener ersten 
Partie auf mehrere Sprechende hin; da dies so ziemlich von allen 
anerkannt wird, brauchen wir nicht weiter darauf einzugehen. Leicht 
lassen sich zwölf Teile unterscheiden (78, 83, 86, 88, 91, 95, 96, 
100, 101, 103, 104, 106). Der neueste Versuch von Muff, der Chor 
in den Sieben des Aischylos Stettin 1882 S. 8 ff., 78— 108 an zwölf, 
109 — 165 noch einmal an zwölf Choreuten, die letzte Strophe und 
Antistrophe an Halbchöre zu verteilen, scheitert an der Verschieden- 
heit der Gliederung, die auf eine Verschiedenheit des Vortrags hin- 
weist, und an anderen Beobachtungen, die wir im Folgenden machen 
werden. 

Eine vierte der Responsion ermangelnde Partie finden wir in 
demselben Stücke V. 848—860. ^s war ein sehr unglücklicher 
Gedanke, daraus eine zweite Strophe und Antistrophe, eine Fort- 
setzung des vorausgehenden Gesanges, zu machen. Wie kann der 
Chor seine Beobachtungen fortsetzen, da die Leichen der beiden 
Brüder sichtbar werden (öpol 6 xop^c TCt cu)|iiaTa ßacxaCöfieva 
SchoL). Mit Recht auch konnte sich Weil nicht mit der Anordnung 
von Hermann befreunden, nach welcher die eine Strophe mit äXXd 
YÖiuv, i5 (piXai, Kar' oöpov schliefst, die andere mit dpeccex' d|Li(pi 
Kpaxi 7TÖ)Li7n)Liov x^poTv TTiTuXov anhebt. 'Weil zieht dXXd iföuiv, (b 
q)iXai, Kax' oöpov zur folgenden Strophe und ninmit deshalb vor 
848 einen entsprechenden Ausfall an; er übersieht, dafs das an- 
kündigende xdb' aöxöbriXa am Anfang stehen mufs. Weiter mufs 
man beachten, dafs auf die Frage xi (püj; mit xi b' fiXXo t' f\ irövoi 
TTÖvuJV b6)iU)V icplCTXOx; von einem anderen Sprechenden die Ant- 
wort gegeben wird und deutlich drei Teile hervoi-treten. Bei dem < 
Sichtbarwerden der Leichen weist also der Koryphaios mit xdb' 
auxöbfiXa ktL darauf hin, ihm erwidert die Führerin des anderen 
Halbchors mit xi b* dXXo . . dq)^cxioi; darauf fordert der Kory- 
phaios, dem es allein zukonmit, seine Parastaten^ ich meine die ganze 



über die Technik u. den Vortrag der Chorgesänge des Äschylus. 219 

Schar (Ü5 q)iXai), auf, einen Klagegesang anzustimmen, mufs aber 
vorerst die neu auftretenden Personen, Antigone undlsmene, begrüTsen. 

Wer an der eben behandelten Stelle eine zweite Strophe und 
Antistrpphe annimmt, könnte ebenso, da Hermann aus Suppl. 
825 — 835 Strophe und Antistrophe bilden will, diese als viertes 
Strophenpaar dem vorausgehenden Gesänge hinzufügen. Es ist das 
eine so ungereimt wie das andere. Wie dort das Erscheinen der 
Leichen, so bringt hier das Auftreten de^ Herolds der Ägyptier eine 
plötzliche Aufregung des Chors hervor,, welche die Betrachtungen 
desselben unterbricht. Über die Partie selbst, welche die corrupteste 
des ganzen Äschylus ist, läfst sich nicht urteilen; nur so viel kann 
man sagen, dafs von antistrophischer Responsion keine Spur ist 
und dafs der Inhalt auf verschiedene Sprechende hinzudeuten scheint, 
was ja der Situation auf das beste entspricht (vgl. Bamberger Opusc.p. 8). 

Wenn man diese fünf Partien mit einander vergleicht, so er- 
kennt man, dafs der Dichter in Situationen, in welchen sich der Chor 
an der Handlung auf das lebhafteste beteiligt und sich seiner eine 
besondere Erregung bemächtigt, Chorika ohne Responsion anbringt. 
Diese dvo)iOiöcTpoq)a werden immer von einzelnen Choreuten vor- 
getragen. Wir werden später für die Verbindung des Einzelvertrags 
und der nichtantistrophischen Form einen besonderen Grund finden, 
der uns gestattet zu sagen : da der Dichter in aufgeregten Momenten, 
wenn z. B. ein Teil des Chors zerstreut auftritt, um des Einzelver- 
trags willen die aufgelöste Form, nicht um dieser willen den Vortrag 
von Einzelnen anwendet, so kann man nicht ohne Grund annehmen, 
dafs Einzelvortrag in der Regel nur bei dem Mangel an Responsion 
anzusetzen sei. Es hätte sich für denselben auch die monostrophische 
Form geeignet, aber der Dichter hat sie nie angewendet und nur 
der oben behandelte gleichaiiiige Anfang der sechs Partien in der 
Epiparodos der Eumeniden erinnert daran. 

Das Chorikon, welches Cho. 152 — 162 die Ausgiefsung der 
Grabesspende begleitet, scheint gleichfalls nicht antistrophisch ge- 
wesen zu sein, wenn auch Hermann Responsion herstellen will. Nach 
der Aufforderung u)iäc bk ktL (150) mufs der Gesamtchor diesen 
'Päan an den Toten' gesungen haben. Übrigens hat der Gesang 
eine singulare Stellung. Das kurze gleichfalls nicht antistrophische 
Chorikon Prom. 687 — 695 ist nur eine lebhaftere Geftthlsäufserung 
an Stelle der zwei Trimeter, mit denen der Koryphaios gewöhplich 
nach einer längeren ^ficic seiner Empfindung Ausdruck zu geben 
pflegt, wird also in gleicher Weise von dem Koryphaios vorgetragen 
worden sein. 

2. In den Fröschen des Aristophanes 1261 — 1280 verspottet 
Euripides die Vorliebe des Äschylus für Ephymnien und den lockeren 
Zusammenhang, in welchem dieselben mit dem übrigen Gesänge 
stehen, dadurch dafs er \i\ köttov ou TreXdOeic dir* dpiuiföv, welche 
Worte das erste Mal in grammatischer Verbindung mit dem voraus- 



220 N. Wecklein: 

gehenden Ti ttot* dvbpobdiKTOV dK0i5u)V stehen, yiermal ohne gram- 
matische Verbindung und ohne Zusammenhang des Inhalts wieder- 
holen läfst: 

001UJT' 'AxiXXeÖ, Tl 7T0T* dvbpObdlKTOV dKOUU)V 

if| KÖTTOV QU TTcXdGeic in dpiUTdv; 

*€p)iäv ixkv TTpöifOvov Tioiaev y^voc o\ TT€pi Xi|iivav, 

lf| KÖTTOV oö 7T€Xd0€ic iix' dpuüifdv; 

kuöict' 'Axaiüöv 'Axp^uüc TToXuKOipave indvGav^ |iiou ixaV 

lf| KÖTTOV ou TceXdOcic diT* dpuüYdv; 

€uq)a)ieiT€* |li€XiccovÖ|lioi bö)iov 'ApT^iniboc iT^Xac otyciv, 

lf| KÖTTOV oö TT€Xd9€ic Itt' dpoü^dv; 

Kupiöc e\)x\ GpoeTv öbiov Kpdxoc atciov dvbpujv, 

\i\ KÖTTOV ou TTcXdGeic Itt' dpiuirdv; 

Bringt man auch die Übertreibung des Komikers in Rechnung, so 
darf man doch jedenfalls auf die häufige Anwendung dieser Form 
der Volkspoesie bei Äschylus schlief sen wie auch darauf, dafs das 
Ephymnion natürlich immer in der Strophe, nicht aber immer in der 
Antistrophe sich eng und innig an das voraus Gesungene anschlofs 
und dabei das musikalische oder formelle Moment über das inhalt- 
liche und logische das Übergewicht hatte. 

An verschiedenen Stellen haben die Gelehrten die Lücken der 
Überlieferung durch Annahme eines Ephymnion ergänzt. Welcher 
Portschritt für die Textkritik damit erzielt worden ist, will ich nur 
an einem Beispiel zeigen. Der Chorgesang Oho. 935 ff. schien bis 
in die neueste Zeit herein nur disiecta membra poetae 2u enthalten. 
Grofse Lücken gähnten uns bald da, bald dort entgegen. Die kühnsten 
Änderungen konnten nur ein leidiges Verständnis zu Stande bringen. 
Endlich erkannte Verrall in dem Journal of PhilologylX, 17 S. 114 ff., 
dafs Ephymnien anzunehmen seien (ich hatte längere Zeit vorher 
meinem Freunde Prof. Westermayer die gleiche Entdeckung mitge- 
teilt). Verrall irrte nur darin, dafs er der zweiten Strophe das gleiche 
Ephymnion wie der ersten geben wollte, während doch in der zwei- 
ten Antistrophe noch ein Stück der Strophe TTdpa tö qwjüc Ibeiv er- 
halten ist. Das richtige, das schon Härtung geahnt, hat Kirchhoff 
erkannt, dem überhaupt nach dem, was Wilamowitz Ind. schol. Gry- 
phisw. 1879 p. 6—8 veröffentlicht hat, die Priorität der Entdeckung 
zukommt. Nun bleibt nur eine einzige crux noch übrig, wenn wir 
schreiben : 

str. I. f|iioXe [ikv biKa TTpiajuibaic XP^^vip, 
ßapubiKOC TTOivd* 

ilioXe b' de bö|Liov TÖv 'ATa|iid)Livovoc 
bmXoOc Xdu)v, biTrXoOc "Apnc 
f Xace b' de tö ttSv 
6 TTuGoxpricTttc cpv^äc 
GeöGev eö q)pabaTciv ibpjUTiiLidvoc. 



über die Technik u. den Vortrag der Chorgesänge des Äschylus. 221 

'€TToXoXuHaT* i5 becnocuviwv b6|iiu)v 
dvaq)UTqi*) KttKÜav Kai Kxedvuiv ipißac 
u7t6 buoTv iLiiacTÖpoiv, 
bucoijiou Tuxac 

ant. n. fjaoXe b' (jj ji^Xei KpUTTiabiou |Lidxac 
boXiöq)pu)v baiMiüV^), 
?0iTe b' dv*) [x&xq. xepöc lTriTU|au)c 
Aiöc KÖpa (AiKttv bi viv 
7TpocaTop€uo)iev 
ßpoTOi Tuxövxec KaXaic) 
öX^Gpiov TTV^ouc' dtr'^) dxOpoTc kotov. 

'eTToXoXuHax' u) becnocuviüv bö|iiu)v 
dvaq)UTqi KaKU)V Kai Kiedviüv xpißdc 
U7TÖ buoTv iLiiacTÖpoiv, 
bucoijiou Tuxac, 

str. IL rdirep 6 AoHiac 6 TTapvdccioc 

ILi^TOV ?xwJV jiuxöv xöovöc Itt* öjLicpaXijj 
epiaHev^), boXiav') 
ßXdßav dYXPOviceeicav®) d7T0iX€Tai. 
f Kpareirai ttiäc tö Geiov trapa tö |Lif|^) 

U7T0UpT€lV KaKOic; 

e^jiic^^) b' oupavoOxov dpxdv ceßeiv. 

TTdpa xe q)ujc Ibeiv ixi-^a x' dcpqp^Gri *^) 
i|idXiov oIk(u)v.^*) 

dvaTC |iidv, b(5)Lior^*) ttoXiiv dTctv xpövov 
Xajaamexeic IkcicG* dei. 

antistr. II. xdxa bfe TravxeXfjC xpövoc d|ii€ii|i€xai 
TipöGupa bu))Lidxu)v, öxav äcp icixac 
liucoc TTäv dXae^^*) 
Ka9ap)Lioiciv dxfiv dXaxripioic.^^) 



^ dvacpuY^ für dvaqputdc Heimsoeth. — °) ödfiiuv für das aus der 
Strophe wiederholte iroivd. Nicht ip ist in $, sondern, wie der Sinn 
zeigt, TToivd in batjainv zu ändern. — *) b' dv für H Pauw. — '^ Itt' für 
iv Schütz. — ö) ^tt' öjnqpaXtj) GpCaHcv für dir' öxOei ÄHev. An dir' öjaqpaXCp 
hat bereits Schütz gedacht. Diese treffliche, vom Sinne durchaus ge- 
forderte Emendation ist wie viele, viele anderen im Schutt der Vergangen- 
heit begraben geblieben. — ^) boXiav für dö6Xu)c öoXiac. Nach dem Schol. 
hat bereits Victorius boXiav geschrieben. Die Beischrift d6öXu)c verdankt 
einem Milsverst&ndnis ihren Ursprung. — ®) ßXdßav für ßXairroiidvav H. 
L. Ahrens, dtxpoviceetcav für Iv xp<ivoic G^cav Bothe. — ®) Vielleicht 
KpaTörai öd iniic tö jif^öoc Ocdiv. — ^°) Qipuc für dEiov Heimsoeth. •— 
") iitfa t' dqpijpden für füidtav t' d<pijpdenv Stanley. — **) olxiuiv für 
oIkwv H. L. Ahrens. — ") böfioi für b6^o\c Hermann. — **) iXaeq für 
dXdcci Kayser. — ") Kaeap^olClv für KaOap^otc Hermann, dxäv dXaTir 
piotc für dirav dXaT/ipiov Schütz. 



222 N. Wecklein: 

TÜxa b' euirpöcuiTT* ÄTirai*^) tö Ttäv 

Ibeiv epeujii^vouc'^^ 

V^ToiKOi böjaoüv TTccouvTai ndXiv. 

TTdpa TÖ (püac Ibeiv [xifa t* d(pi;|p^eT] 
i|idXiov oIkiuüv. 

fivaT€ jidv, bö^ov TToXuv xpdvov 
Xa|iiam€T€Tc ?k€ic0' deC. 

In dem vorausgehenden Chorgesang desselben Stücks 783 — 837 
hat, nachdem Dindorf das Ephymnion des mittleren Strophenpaares 
festgestellt, Kirchhoff auch dem ersten und dritten das zugehörige 
Ephymnion gegeben. Es ist wahr, der Inhalt des dritten Refrains 

cu bk Gapcujv, OTttv fiKij 

ILi^poc IpYOÜV, 

dtraOcac 0po€ouc(ji 

Ttpöc et ^T€KVOv' Traxpöc aubdv 

TTepaiv' dv€TT(|Lio|iiq)ov drav^®) 

pafst weniger nach der Antistrophe, welche die nachfolgende Wir- 
kung angiebt (Vollende den gerechtfertigten Mord — und verschaffe 
damit den Freunden in der Ober- und Unterwelt Genugthuung'). 
Auch die Anknüpfung mit Cü bk ist nach der Antistrophe minder 
geeignet. Aber wir müssen uns hier an das oben angeführte ifi 
KÖ7T0V QU TteXdGeic etr* dpuJYdv; eriunern. Ja wir verstehen jetzt 
erst, was der komisch« Dichter angreift, oder haben wenigstens jetzt 
erst ein sprechendes Beispiel dafür. 

Ein anderea if| kÖttov bietet uns das erste Stasimon der Eu- 
meniden 321 — 396. Das Ephymnion der ersten Strophe hat die 
Handschrift noch nach der Antistrophe erhalten. Das zweite und 
dritte hat Bergk und vor Bergk bereits R. Merkel (Ausg. der Eume- 
niden Gotha 1857) erkannt Während nun das Ephymnion mit der 
zweiten Strophe auf das engste verknüpft ist (bu)|idTU)V Tdp elXö- 
)xav ) dvatpoTTdc ktI), schliefst es sich an die Antistrophe in fol- 
gender Weise an: 



**) €Öirp6cunr' diirai für €ÖiTpociOiTi|j ko(t(ji. — ") lö^v epeuja^vouc für 
iödv dKoOcat 6p€0|ui^votc. dKoOcai hat Hermann beseitigt; weil man irrtüm- 
lich ep€U|üidvouc als Objekt von ibetv betrachtete, interpolierte man 
dKoOcat. 6p€0^^ouc (oder Opccjadviuv) mufs auch der Schol. gelesen haben. 
— *®) TiaTpöc ^PTH', welches nach diraOcac die Überlieferung hat, ist von 
Seidler getilgt worden; 6po€o0c(]i habe ich für 6poo0c(]i geschrieben vgl. 
Pers. 64 TpO|üidovTai; zu weiteren Änderungen liegt jetzt, wo nicht mehr 
die Responsion mit 789—798 herzustellen ist, keine Nötigung vor; 
irdpaiv* für Kai irepaivwv Anratus, dv€ir{|ao|a(pov für MpLopLq>ov Schütz : das 
im Med. stehende liT{|üiO|üi(pav ist aus dTd^ojacpov und überschriebenem av 
entstanden. 



über die Technik u. den Vortrag der Chorgesänge des Äschylus. 223 

CTceuboiLiev aib*^^) dq)€X€Tv xiva rdcbe )i€pi|ivac, 
0€a)v b' dr^Xeiav djuaici Xixaic dmKpaiveiv, 
ILiiib' eic ÄY^piciv IXGeTv — 
Zeuc b' aijaocxaTk^®) dHiöjiicov levoc Tobe Xecxctc 
Sc &Tix\ii[bcaTo — 

dvarpoTTÖc, öxav ''Apric 
xi9acöc ö)V (piXov eXq. 
im xöv J)b' \^)i€vai*^) 
Kpaxepöv öv9' ö)ioiu)c 
|LiaupoO|iiev i)(p aijiiaxoc v^ou. 

Bergk wollte, um die Anknüpfung zu erleichtern, dTTixp€7TU)V für 
dvaxpOTrdc schreiben. Aber dvaxpondc, welches freilich nur durch 
die Erinnerung an das kurz vorhergegangene bujjadxu)v dvaxpOTtdc 
eine klare Bedeutung erhält, steht als Apposition zu xdcbe )i€pi)ivac. 
Der Zusammenhang ist klar; denn dafs man al|LiocxaYtc d£iö)iicov 
?6voc xöbe je einmal auf die Erinyen selbst hat beziehen können, 
ist kaum begreiflich. Bei dem dritten Ephymnion haben wir das 
gleiche, wenn ich so sagen darf, Hysteron Proteron wie bei dem vor- 
her behandelten Chorgesang: dem Inhalt der Antistrophe (ttittxujv 
b* Kxd.) geht der Inhalt des Ephymnion (|iidXa yäp oöv dXo|Li^va 
Kxd.) als Ursache voraus. Die vierte und letzte Strophe hat kein 
Ephymnion. 

Nach Suppl. 127 und 150 ist das Ephymnion noch in der 
Handschrift erhalten; nach der letzten Strophe hat es erst Ganter 
ergänzt. Das mittlere dieser Ephymnien steht mit Strophe und 
Antistrophe in grammatischem Zusammenhang, denn C7r^p)ia cejiiväc 
ILi^TCi jJiaxpöc . . ^Kq)UT€iv ist das eine Mal von xeXeuxdc . . kxi- 
ceiev, das andere Mal von pucioc Y€V€c8u) abhängig. Das erste steht 
weder mit der Strophe noch mit der Antistrophe in Verbindung. 
Das dritte schliefst sich an die Strophe nur als Ausruf des Schmerzes 
an, dagegen kann es mit der Antistrophe in engeren Zusammenhang 
gebracht werden: 

öi|;öGev b* eö kXüoi KaXoujiievoc* 

'dZriv, loOclu) 
lifivic |Lidcx€ip* ^K Oeifiv. 
Kovvüa b' äfav^) 
YajLiexäc oupavöviKOV. 
XaXeTToO ydp dK 
TTveu)Liaxoc elci xeipabv^ 



*®) cir€Oöo|aev aXb" für cTr€uö6|üi€vai b" Döderlein. — *<») Z€^c b* für 
ZcOc T^p Linwood, aljaocTaTk für al^aTocTat^c Bothe. — **) ü5b' U^icvai 
för (b öiÖMCvai E. A. J. Ahrens. - «») ärav für drav, wie Ag. 131 die 
Handschrift dxa für ät« bietet, Bamberger. 



224 N. Wecklein: 

Über die Ephjmnien in dem Kommos Ag. 1448 ff. können wir 
erst später handeln. £um. 778 — 880 werden zweimal die ganzen 
Strophen wiederholt. Etwas anderen Charakter hat die dreimalige 
Aufforderung 

atXivov atXivov citt^, tö b' €Ö viKdru) 

Ag. 121, 139, 159, der, wie Keck bemerkt hat, die dreimalige Er- 
widerung 

aiXivov aiXivov <aÖT€>, rd b* eö vikoitu) 

folgen mufs. Ähnlich ist die zweimalige Aufforderung etj(pa)i€iT€ 
bk Travbajai Eum. 1035^^), 1039 und öXoXü2aT€ vOv im |LioX7raTc 
1043, 1047, welche Kirchhoff passend einem Herold giebt. Man kann 
sich vielleicht wundem, dafs dem wiederholten öXoXuHaTC keine Er- 
widerung folge. Aber mit diesen Worten verschwindet die Prozes- 
sion und es wird durch dieselben die Vorstellung geweckt, als werde 
der Gesang noch fortgesetzt. 

Von drei Strophenpaaren hat nur ein einziges ein Ephymnion 
in dem Beschwörungslied Pers. 633—680. Der Ruf ßdcK€ TiciTep 
ÄKaKC Aapidv oT (vielleicht Aapiaie) folgt der dritten Strophe und 
Antistrophe. Vielleicht aber kann der Ausruf t^^, welcher sowohl 
hinter der zweiten Strophe wie Antistrophe überliefert ist, ebenso 
betrachtet werden. 

Durch die Feststellung der Ephymnien, die vorzugsweise das 
Verdienst Kirchhoffs ist, hat die Kritik und Auffassung der Chorge- 
sänge des Äschylus einen aufserordentlich bedeutenden Fortschritt 
gemacht, einen solchen Fortschritt, dafs fast alle früheren Ausgaben 
antiquiert sind. In seiner Ratlosigkeit gibt Wellauer bei verschie- 
denen Chören den Trost, codicum auxilium exspectandum esse. Da- 
mit dürften wir ad calendas Graecas vertröstet sein: die Forschung, 
in der Wellauer freilich nicht stark war, hat Ordnung in das Chaos 
und Licht in die Dunkelheit gebracht ohne die vergeblich er- 
wartete Hülfe. 

Alle künstlichen Systeme, alle Prooden und Mesoden fallen 
weg, nur in einem einzigen Fall, von dem wir später zu handeln 
haben, findet sich die Gliederung a ß ß a, es ist auch der einzige 
Fall, wo Strophe und Antistrophe zwischen Orchestra und Bühne 
geteilt sind. Sonst kommt es nirgends vor, dafs zwischen Strophe 
und Antistrophe eine anderweitige Partie stünde, die den Sängern 
eben dieser Strophe und Antistrophe angehörte. Somit ist an die 
Stelle wunderlicher Gliederungen die gröfste Einfachheit getreten. 

Aufser den aufgezählten eigentiichen Ephymnien begegnet uns 



«*) In diesem Verse hat €Ö<pa^€lT€ bt iravbajii für €Ö(pa|i€TT€ bk xw- 
p€lT€ Schwenck hergestellt: x^^P^tc ist erklärendes Glossem zu yäc öttö 
KcOOcciv: man erkannte nicht, dafs diese Worte zu ßdre gehören. Die 
gewöhnlich angenommene Verbesserung Hermanns xi^plxai kann darum 
keine Geltung haben. 



über die Technik u. den Vortrag der Chorgesänge des Äschylus. 225 

in zwei Chorliedem. noch eine Analogie von Ephymnien, die ich 
rhythmische Ephymnien nennen möchte. Suppl. 630 — 697 wieder- 
holt sich sechs mal in dem zweiten Teil der drei Strophen und Anti- 
strophen der logaödische Ehythmus: 

_ y _ vy V-» _ i^ 
« iaf _ u w _ v^ 

1. oflveK ÄiKTicav fijuäc, =-äZovTai fäp b^ax^ovc 
Hifl90vnib* eÖ9pov' ?9€Vto' Ztivöc iKTOpac dYVoO* 
dbcOvrai b' iK^rac Aiöc, toitäptoi KaGapoTci ßu)- 
TTOijavav Tdvb' ÖLixifapTov. jiioTc Oeouc dp^covrai. 

2. f^ßac b' ävOoc äbpcTTTOv =TiKT€c9ai bfe 9Öpouc ySc 
&TIW j^Tib' 'A9pobiTac äXXoüC eöxojLieO* aUi, 
eövdriup ßpoToXoiTÖc ^'A- "ApTCjuiv b* ^Kdrav Tuvai- 
pr\c K^pc€i€V äiwTov. KCüV Xöxouc dqpopeüeiv. 

3. voucujv b' dcjiöc dir* dcriüv = euqprjjiGic b' iiA Kifijiioic^*) 
xlox Kparöc dTcpin^c' jiioOcav Oeiar' doiboi**^) 
eujaevfjc b' 6 AuKeioc I- «dfviüv t* Ik cTOjadriuv 9€p^- 
CTU) Ti&cq. V€oXai(ji. cGujqprijia (piXo96p)iiTH. 

Die vierte Strophe entbehrt dieses Nachgesanges, wie wir oben 
den ähnlichen Fall kennen gelernt haben, dafs in dem ersten Stasi- 
mon der Emneniden die vierte Strophe ohne Ephymnion ist. Der 
gleiche Nachgesang in dem gleichen Yersmafs kehrt ebenfalls sechs- 
mal wieder in dem im ganzen aus drei Strophen und Antistrophen 
bestehenden Stasimon Ag. 367—474: 

1. QU Tdp IcTiv liraXHic =- otoc Kai TTdpic IX0d)v 
TrXouTOu Tipöc KÖpov dvbpl ic böjLiov TÖv 'ATpeibdv 
XoKTicavTi ixifav AiKac ^cxuve Heviav TpdTre- 
ßujjaöv eic dqpdveiav. Cav KXoTraici T^vaiKÖc. 

2. €ÖjaÖp(pU)V bk KOXOCCIÜV = OÖC jLlfev Tdp TIC fTT€)LH|i€V 

?XÖeTai xdpic dvbpi* olbev, dvri bfe 9UJTa)v 

ö|Li|LidTUJV b' iv dxTiviaic tcuxti Kai ctroböc eic ^Kd- 

?ppei irdc' 'A9pobiTa. ctou böjicuc d9iKV€TTai. 

3. ol b' auToO TTcpl TcTxoc =Kpivuj b' ä90ovov öXßov* 
GiiKac 'IXidboc f&c jutIt' eXr\v tttoXittöpOtic 
eöjLiopqpoi KaT^xowciv i- ilh^t* oflv auröc dXouc vn dX- 
XOpd b' fxöovrac^®) iKpuniev. Xu)v ßiov KaTibcijai. 

^*) Hermann hat cöqpvmov geschrieben; ich habe lieber Ktüfioic für 
ßuJ^otc gesetzt, da ß und k aufserordentlich häufig verwechselt werden. — 
**) jxoOcav eciar' für jioOcai Gcai t' Hermann. — *^ ^x^ovrac für ixov- 
Toc Orelli. Daia dem Spondens in der Antistrophe jetzt ein Jambus 
entspricht, wird niemand mehr bedenklich finden, wenn er darauf hin 
die beiden Partien vergleicht. 

Jahrb. f. cUm. Fhü. SuppL Bd. Xm. 15 



226 N. Wecklem: 

An diese monostrophischen Gesänge eriimert auch der in Strophe und 
Antistrophe Sept. 108 — 150 je dreimal wiederkehrende Mythmus: 



Die Natur des Refrains besteht darin, dafs nach den gleichen 
Abschnitten, welche von einzelnen oder einer kleineren Anzahl von 
Sängern vorgetragen werden, die ganze Schar mit dem gleichen 
Ruf oder Lied einfällt (ygL Christ Metrik § 626). Wir haben also 
in dem Ephymnion ein Kennzeichen dafür, dafs die betreffenden 
Partien nicht von dem gesamten Chor vorgetragen 'wurden. Man 
denkt zunächst an Halbch^re; es müfste dann etwa der eine Halb- 
chor die Strophe, der andere die Antistrophe, der Gesamtchor den 
Refrain gesungen haben. Es ist aber doch auffallend, dafs mit Aus- 
nahme eines einzigen Chorgesanges alle Chöre, welche Ephjnmien, 
sowohl eigentliche wie rhythmische, haben, aus drei Strophen be- 
stehen. Dafs dies nicht zufällig ist, zeigen besonders jene zwei Chor- 
gesänge, bei denen auf einmal die vierte Strophe kein Ephymnion 
hat. Wenn wir ßir diese Eiischeinung einen Grund suchen, so müssen 
wir ihn in der Gliedenmg des Chors d. h. in den drei CTOixoi finden. 
Dann aber ergibt eich, dafs je ein Stoichos Strophe und Antistrophe, 
der Gesamtchor dae Ephymnion singt Für diese Anordnung bietet 
sich uns noch ein eigentümlicher Beleg. Wir haben oben schon an 
die Analogie in Sept. 108 — 150 erinnei-t. Strophe und Antistrophe 
lassen sich dort ungefähr auf folgende Weise herstellen: 

Str. 1. eeol TToXfoxoi xöovöc, te' depöoi,®') 

Ib€T€ TTapO^VUJV 

k^ciov Xöxov bouXociJvac öirep. 
KOf*a ii;€pi irröXiv boxjioXoqpäv dvbpuiv**) 
Kax^<i£€i TTVoaTc ''Apeoc öpjuevov.^) 
dXX' i5 ZeO TTdvTUJC Trdrep iravreX^c,®^) 
fiptlSov batiwv äXiwciv. — 

2. *ApY^ioi bk tröXicjLia KdbjLiou 
KUKXoOvTai, <pößoc b* dpeiujv öirXuiv, 

t bl& bi TOI TCVüiWV iTTIieiUJV*^) 

fuvupovTOi^) cpövov xaXivoi. — 

3. inrA b' ÄTdvopcc ttp^ttcvtcc crpaToO 
bopuccok^) cctYCiTc tniXaic dßböjbMMC 
irpodcxavTai TrdXij) Xaxövrec. 



»') !e' &ep6oi för te' trc irdvTCC SteuslofF. — *») KO|iia für KO|iia t^p 
Klausen. 6ox|üioXo<päv för öoxMoXöcpuiv Brunck. — • **) öpMCVov fdr ^ö- 
fA€VOv Enger. — ^®) trdvrujc irdrep iravTcX^ för tr<ÄT€p iravTcXk tr<ÄvTUJC. — 
**) öidberoi t€ bi\ t^vuoc tTuriac Hermann ohne WiArscheinliehkeit. — 
**) jiivOpovTai för Kiviipovrai L. Dindorf. — *^) bopöccoic för 6opucc6oic 
Blomfield. 



über die Technik u. den Vortrag der Chorgesänge des Äschylns. 227 

antistr. 1. cv t\ (b AiOYev^c qpiXöjLiaxov Kparoc, 
^ucmoXic Y€vo0, 

TTaXXdc, 8 6* ttTTTioc TrovTO)Li^bu)v Aval 
t Ix^ußöXuj jLiaxav^ TToceibäv ^) 
dtriXuciv qpövujv ^iriXuciv bibou. 
cu t' ''Apnc q)€0 qpeö KT^beiav ttöXiv^) 
qpuXaHov Krjbecai t' ivapfibc, — ^ 
'2, Kai KuTTpic, aT€ t^vouc irpojadTiwp, 
äXeucov c^9€V t«P ii aijuaroc 
TeTÖva)i€V XiraTci^^) C€ OcokXütoic 
düToOcai^^ TreXoCojLiecGa. — 
3. xai cu, AüKCi' ävaH,' AuK€ioc y€VoO 
CTpaTif) batu) CTÖviüV dvTiTac'^) 
cu t', iL AaTiüic, cötukoZdu.^^) 

Wir haben also in Strophe und Antistrophe drei Partien, welche 
durch den gleichen rhythmischen Schlufs deutlich, gekennzeichnet 
sind. Es wurde schon früher bemerkt, dafs diese sechsmalige Wieder- 
kehr des gleichen Verses ihren besonderen Grund haben müsse. 
Eine vollkommen befriedigende ErHärung hat Kirchhoff mit der 
Überschrift ^chori partes singulae' gegeben: es kann kein Zweifel 
mehr sein, dafs die drei CToTxoi nach einander in Strophe und Anti- 
strophe die gleichen Partien singen. In ähnlicher Weise werden 
wir also in all6n oben angeführten Gesängen, auch inPers. 633 — 680 
je eine von den drei Strophen und Antistrophen einem CToTxoc, den 
Refrain aber und eventuell das vierte Strophenpaar oder die Epodos 
(Pers. 672—680) dem Gesamtchor geben. Wenn wir darum Cho. 
936 — 972, welcher Gesang, wie gesagt, allein unter denen, welche 
Ephymnien haben, aus zwei Strophen besteht, an Halbdiöre ver- 
teilen, so werden wir entsprechend nicht zweimal die Strophe dem 
einen, die Antistrophe dem anderen Halbchor, sondern das erste 
Strophenpaar dem einen, das zweite dem andern zuteilen müssen. 
So stellt sich uns zu unserer eigenen gröfsten Überraschung 
eine ganz andere Norm heraus, als sie gewöhnlich angenommen wird. 
Wer die Strophe singt, singt in der Regel auch die Antistrophe. 
Es hat ja auch Prom. 574 — 608 lo sowohl die Strophe wie die 
Antistrophe. Und noch andere Beispiele bestätigen diese Anordnung. 
Der Schlufs der Suppl. (1018 ff.), welcher zu so vielen Erörterungen 



•*) IxöußöXip indxav dtracößct K^vrpip Merkel, es müfste IxOußöXoic 
ILidxav dTrocö߀i K^vrpoic heifsen. — **) Kiife€(av iröXiv för ^irtdvujiov Kd6- 
liou ir<SXiv. — *•) XiTOici für XiTCftc Hermawi. — *') duroOcai für danJou- 
coi Seidler. — ^®) dvriTac för duröc nach der Erklärung des Schol. — 
^*) für cO t', dl AaToy^veia KoOpa töHov ^CTUKdJou (4vTUKd2:ou): Aiiriufc 
hat Seidler, cÖTUKdZou L. Dindorf gefunden. Falsche Eridärung von 
€i)TVK6lov, welches bedeutet ^mache dich fertig', 'sei bereit', scheint das 
Glossem t6Sov hervorgemfen zn haben. 

16* 



228 N. Wecklein: 

Anlafs gegeben hat, ist endlich durch die vereinten Bemühungen 
der Gelehrten in die richtige Ordnung gebracht. Zu dem Haupt- 
chore tritt wie im Schlufs der Eumeniden noch ein N^benchor. Mit 
uTTob^HacGe 5' ötraboi jiidXoc (1023) fordern die Danaiden ihre 
Dienerinnen auf, den Gesang zu erwidern. Man könnte erwarten, 
dafs diese zur Strophe der Frauen die Antistrophe singen. Dafs 
dies nicht der Fall igt, zeigt der Vorwurf, der den Worten liriöoi 
b' ^'ApTejLiic d^vd ctöXov olKTiZoii^va jurib' uii' dvdYKac Td)Lioc ?X0oi 
Ku0€pe{ac (1031) gegenüber mit KuTTpiboc b' ouk djueXei 0ec^öc 
6b' eöqppujv. büvarai ^dp Aiöc d^X^CTa ciiv *'Hp(ji kt^. ausgesprochen 
wird. Die Dienerinnen entschuldigen es, dafs ihre Frauen der Ky- 
pris nicht die gebührende Achtung schenken, sie wollen es wieder 
gut machen und sprechen zu den Danaiden wie etwa bei Euripides 
Hipp. 99 ff. der Diener zu Hippolyt: Ti)Liaiciv, (b iiaT, baijiiövuJV XPfl- 
c9ai xp€a»v. Wie aber die zweite Strophe, so gehört auch die zweite 
Antistrophe den Dienerinnen; denn nur sie können die Worte 
sprechen qpuTdbecciv b' diimvoiac Kand t' dX^Ti . . . Trpo9oßoO|Liai, 
sie erwarten nichts Gutes von der Zukunft und suchen schon hier 
den Frauen beizubringen, rd OeuJV jiiTibfev dTdJeiv (1062).. Mit 
Becht also hat Kirchhoff das erste Strophenpaar den Danaiden , das 
zweite den Dienerinnen gegeben. Im dritten Strophenpaar wechseln, 
wie Westphal erkannt hat, Frauen und Dienerinnen. Nur scheinen 
hier blofs die Führerinnen der beiden Chöre zu sprechen. Die richtige 
Verbindung der Verse ist teilweise von Schütz u. a. festgestellt worden : 
Str. Dan. 6 jh^toc Zeuc diraX^Hai 

TdjLiGV AlTUTTTOTevfi jLioi. 
Ancill. TÖ jLifev av ß^XtaTov etir 

cu bk G^XfOic dv fiGeXKTOV. 
Dan. cu bi y' o^k oTcGa xd jLieXXov. 
antistr. Ancill. ri bk jn^XXu) qpp^va Aiav 

KttGopdv, öi|;iv dßuccov; 
Dan. li^Tpiov vOv ?7roc eöxou* 

TlVa KttipÖV )Ll€ bibdcKCic; 
Ancill. rd OeuJV juribfev dTdCeiv 
Das vierte Strophenpaar endlich hat Kirchhoff gewifs mit Becht 
dem Ensemble beider Chöre gegeben. Wir haben also nur in dem 
Wechselgespräch des dritten Teils den Fall, dafs nicht gleiche Reihen- 
folge in Strophe und Antistrophe herrscht; da aber alle Verse das 
gleiche jonische Versmafs haben, kann man sagen, dafs auch im 
dritten wie in allen anderen Teilen Strophe und Antistrophe an die 
gleichen Personen verteilt seien. — Die Parodos desselben Stücks 
besteht aus drei Teilen: den ersten Teil, anapästische Hypermetra, 
trägt der Koryphaios vor. Den zweiten Teil hat jedenfalls der ge- 
samte Chor; den dritten Teil, welcher Ephymnien hat, haben wir 
oben den drei Stoichoi des Chores gegeben. In gleicher Weise zer- 
fällt die Parodos der Perser in drei Teile; den ersten bilden wieder 



über die Technik u. den Vortrag der Chorgesänge des Äschylus. 229 

anapästische Hypermetra des Chorführers. Der zweite besteht aus 
jonischen Strophen, welche der Gesamtchor schon deshalb erhalten 
mufs, weil zwischen der zweiten Antistrophe und dritten Strophe ein 
Zusammenhang des Gedankens besteht, der nur einem und demselben 
Vortragenden zukommt (*zwar kann man nach menschlicher Berech- 
nung keinen erfolgreichen Widerstand gegen das unermefsliche Perser- 
heer erwarten; aber dem Trag der Gottheit kann niemand ent- 
gehen'). Ein ganz anderer Ton hebt mit der trochäischen Strophe 1 14 
an. Die Analogie der Hiketidenparodos rät diesem dritten Teil 
gleichfalls geänderten Vortrag, also Vortrag des geteilten Chores zu 
vindicieren. Bei zwei Strophenpaaren kann man nur an Halbchöre 
denken. Wollte man nun ^die erste Strophe dem einen, die Anti- 
strophe dem anderen Halbchor zuteilen, so würde der Konjunktiv 
Trecij (125) von dem jurj, welches der andere Halbchor jspricht, ab- 
hängig sein; es müfste notwendig wie bei ^ceiai (121) das Futurum 
stehen. Es geht also auch hier nur an, das erste Strophenpaar dem 
einen, das zweit« Strophenpaar dem anderen Halbchor zu geben. — 
In der Parodos der Sieben g. Th. haben wir bereits Vortrag der 
einzelnen, in dem ersten Strophenpaar Vortrag der drei CToTxoi 
vorgefunden. Das dritte Strophenpaar gehört entschieden dem Ge- 
samtchor. Dagegen hat das zweite einen anderen Charakter als das 
dritte. An der Spitze der beiden Strophen steht der Ausruf S I S f ; 
derselbe steht auch in der Mitte der Strophe nach ''ApTeiiii <piXa, 
da er in der Antistrophe an dieser Stelle fehlt und auch nicht stehen 
kann, wird er gewöhnlich auch in der Strophe getilgt. Wie aber, 
wenn wir folgende Anordnung hätten? 
Str. A. ? ? ? f, 

ÖTOßOV dpiLldTUJV d)i(pi TTÖXlV kXüu), 

iLc TTÖTvi' "Hpa* 

IXttKOV dHöviüv ßpiGoji^vuJV xvöai. 

B. e e e f, 

"ApTciLii qpiXa, 

öopiTivaKTOc alOfjp b' dTrijualveTai. 
Ti TTÖXic äjLijii Trdcxei, ti TtvrjceTai; 
TTOi b' In T^Xoc dirdTei Oeöc; 
antistr. A. ? ? g I, 

dKpoßöXuJV b' dTrdXHeiwv XiOdc Jpxerai, 
(b q)iX' "AttoXXov 

KÖvaßoc iv TniXaic xaXKob^Tiüv caKcuJv. 
B. e ? e f, 

TTai Aiöc öeev»^) 

TToXcjLiÖKpavTov ttTVÖv TcXoc iv jLidx?, 
c\j Te jLidKaip' dvacc' ''OTKa dbpic tniXac^) 
^TrrdTTüXov ?boc dmppuGu. 

*') Ai6c ÖOcv für Aiööev von den Bergh. — **) ^bplc irOXac für trpö 
itöXcuic, so dafe ibpic irOXac dem 4irrdiruXov ^6oc entspricht und die Bitte 



230 N. Wecklein: 

So erhaüen wir vier Teile der Parodos mit wechselnder Art 
des Vortrags: einzelne, CToTxoi, Halbchöre, Gesamtchor. — Die Par- 
odos der Eumeniden hat Bofsbach an Halbehöre so verteilt, dafs 
die Richtigkeit der Anordnung durch den Inhalt auf das schönste 
bestätigt und schwerlich bezweifelt wird. Die Anordnung ist fol- 
gende: str. I A B A B, amtistr. I A B A B, str. 11 A B, antistr. II 
A B. Das dritte Strophenpaar singt der Gesamtchor. ^^) 

Überall also finden wir Anhaltspunkte ftlr das Gesetz, dafs 
Strophe und Antistrophe nicht einen Wechselgesang, sondern ein 
symmetrisches Ganze bilden. Wir sehen nur bestätigt, was die alte 
Überlieferung angiebt, welche der Gliederung in Strophe, Antistrophe 
und Epodos blofs eine orchestische Bedeutung beilegt (Schol. zu Eur. 
Hec. 647 IcTeov bk ÖTi ii\v jii^v CTpo<p^v KivoujLievoi Trpöc tci beHia 
o\ xopeurai fibov, Tf|V bk dvTicTpo(pf|v irpöc ra dpicrepd, Tf|v be 
eTTtuböv iCTd)Li€V0< fjbov und die bekannte Stelle bei Atilius p. 295 
ed. Keil, Marius Victorinus I 16, 2. 

Erst jetzt sind wir imstande eine schwierige Frage zu be- 
handeln, welche den Kommos des Agam. 1448 — 1576 betrifft. Wir 
haben in demselben ein dreifaches Strophenpaar des Chors und der 
Klytämnestra^), dazwischen nach der ersten und dritten Strophe 
des Chors eine Chorpartie ohne Antistrophe, nach der zweiten 
Strophe eine Partie, welche nach der Antistrophe als Ephymnion 
wiederholt wird, um für die beiden nichtantistrophischen Partien 
1455 — 1461 und 1537 — 1550 die Antistrophe zu gewinnen, sta- 
tuierte Burney für die erste den Ausfall der Antistrophe, die andere 
wiederholte er als Ephymnion. Hermann betrachtete die eine mit 
Annahme einer Lücke als Strophe, die andere als Antistrophe. End- 
lich stellte Wilamowitz (Ind. schol. hib. Gryphisw. 1879) auch die 
erste als Ephymnion auf und glich damit kurzweg alle Lücken aus. 
Wilamowitz bemerkt dazu, dafs er durch Erörterungen von Kirchhoff 
auf seine Entdeckung gebracht worden sei; da Kirchhoff bei der 
Ansetzung dieses Ephymnion Wilamowitz nicht nennt, scheint er 
sich als den eigentlichen Urheber dieser Entdeckung zu betrachten.*^) 
Nun ist auf einmal die schönste Ordnung gewonnen, drei Strophen mit 
drei Antistrophen, von denen jede aus einer Chorpartie, einem Ephy- 
mnion und einem System der Klytämnestra besteht. Nichtsdesto- 
weniger erheben sich schwere Bedenken, auf die ich schon im Jahres- 
bericht von Bursian für 1879 S. 57 hingewiesen habe. Die Worte 

passend motiviert. — '^) Eirchhoff allerdings giebt die Strophe dem einen, 
die Antistrophe dem anderen Halbchor. Die Analogie der verschiedenen 
Fälle, die wir kennen gelernt haben, wo jßdesmal der Schlufs an den 
Gesamtchor übergeht, spricht entschieden gegen diese Anordnung. — 
^^) Man darf die anapästischen Systeme der KlytSmnestara so bezeichnen, 
da wie die eine Unebenheit sicher durch Tilgung von 1521 f. wegfällt, 
gewifs so auch die andere durch die Annahme einer Lücke, welche Her- 
mann nach 1654 ansetzt, zu beseitigen ist. — *^) Mittlerweile habe ich ge- 
funden, dafs G. C. Schneider (Ausg. des Agam. 1839) der Entdecker ist. 



über die Technik u. den Vortrag der Chorgesänge des Äschylus. 231 

der Klytämnestra 1479 vöv b' uipSiucac CTÖjLiaToc yvi^juiv . . . bai- 
)Liova YevVTic if\cbe KiKXrjcKiDV beziehen sich ebenso auf die Worte 
des Chors 1468 baijLiov, Sc ejUTTiTveic buüjiiaci ktL wie die Worte 
der Klytämnestra 1667 k TÖvb' dveßnc cuv dX^Oeiot xPHCjiöv — 
denn das ist aingenscheinlich die richtige Emendationt — sich an 
die jetzt unmittelbar vorhergehenden Worte Tic öv Tovav dpaiov 
^KßdXoi b6)iUJv; KeKÖXXitrai t^voc Trpoc arot anschliefsen. Darf 
diese Beziehung durch das Dazwischentreten eines Ephyranion ge- 
stört werden? Früher, als mir das Gesetz der regelmäfsigen Gliede- 
rung der Chorgesänge noch unbekannt war, glaubte ich diese Frage 
entschieden verneinen zu müssen, wie das neuerdings auch R. Amoldt 
a. 0. S. ,79 gethan hat. Anders stellt sich die Frage jetzt. Die 
Vereinzelung jener beiden Partien oder auch die von Hermann an- 
genommene Eesponsion derselben kann nur dann festgehalten werden, 
wenn für sie ein anderer als der Chor, der die vorausgehende Partie 
singt, als Vortragender angesetzt werden kann. Eine Zeit lang 
glaubte ich auch an den drei anapästischen Systemen^ welche in den 
Kommos der Choephoren 340, 372, 400 eingelegt sind, eine Analogie 
gefunden zu haben und meinte, wie die Systeme 340 und 400 sich 
entsprechen, während das mittlere für sich stehe, dafs ebenso hier 
die beiden äufseren Partien als respondierender Anteil des einen 
Halbchorführers zu betrachten seien, während in der Mitte der Kory- 
phaios seinen Teil wiederhole und damit sich die Antistrophe singe. 
Dies liefse sich hören, wenn wir blofs anapästische Systeme hätten. 
Da aber auf diese wieder melische Partien folgen, so fällt jene Ana- 
logie weg, und es wäre nicht ersichtlich, warum 1459 — 1461 ein 
anderer singen soll als derjenige, der 1448 — 1464 gesungen. Die 
melischen Partien schliefsen auch die Vereinzelung d. i. den Mangel 
der Responsion aus und doch ist, obwohl der Text 1458 ff. nicht in 
Ordnung ist, die Herstellung dieser Responsion und die Annahme 
einer gröfseren Lücke nach 1458 sehr bedenklich, das letztere des- 
halby weil von dem Inhalte, welchen Klytämnestra 1462 — 1467 an- 
gibt; uns nichts abgeht. Wir müssen also unsere Bedenken über- 
winden und uns zur Annahme der Ephymnien verstehen. Wir haben 
nun wieder drei Strophenpaare: geben wir diese wieder den drei 
CTOixoi und von den Ephyhanien die anapästischen Systeme dem 
Koryphaios, die melischen Partien dem Gesamtchor, so werden auch 
unsere Bedenken beseitigt, indem Klyiämnesk'a sich mit jenen Worten 
an den vorsingenden CToixoc wendet und die dazwischen von dem 
Gesamtchor, beziehungsweise Koryphaios wiederholten Worte unbe- 
achtet läfst. 

Man kann fragen, warum das mittlere Ephynmion stehen ge- 
blieben, die beiden äufseren weggefallen seien. Man glaubt gewöhn- 
lich, dafs nur ein Zeichen die Wiederholung angezeigt habe, welches 
mit der Zeit nicht mehr beachtet oder verstanden wurde. Wenn 
wir aber sehen, dafs an das mittlere Ephymnion das nachfolgende 



232 N. Wecklein: 

sowohl bei der Strophe als bei der Antistrophe sich anschliefst und 
darauf Bezug nimmt, also auch bei der Antistrophe das Ephjmnion 
zum Verständnis des Folgenden nötig ist, so drängt sich uns eine 
andere Vermutung auf, welche eine Bestätigung erhält durch das, 
was der SchoL zu dem wiederholten q)XaTTo9paTToq)XaTTo9paT 
in Aristoph. Frö. 1285 bemerkt: Tivic bk Ktti CTi|i€ioövTai aurö, ÖTi 
TÄv öiopGurruiv tiv^c TrepieiXov xäc roiaurac iv toic ^eXeci irpoc- 
Geceic Wir müssen an absichtliche Weglassuhg der für den Sinn 
nicht in Betracht kommenden Ephymnien denken. 

Wir haben hier noch die Parodos des Agamenmon zu be- 
sprechen. Über den ersten und dritten Teil kann kein Zweifel sein ; 
der eine fällt dem Koryphaios, der andere dem Gesamtchor zu. 
Wie aber steht es mit dem zweiten, der aus Strophe, Antistrophe 
und Epodos besteht? Dem Gesamtchor kann er nicht gehören, weil 
die Aufforderung atXivov atXivov elni. nur an die Gesamtheit ge- 
richtet sein kann. Halbchöre kann man auch nicht annehmen, selbst 
wenn man nach der gewöhnlichen Weise die Strophe dem einen, die 
Antistrophe dem anderen Halbchore geben würde. Denn die Epodos 
müfiste dann der Gesamtchor erhalten, während doch auch die Epodos 
mit jener Aufforderung schliefst. Strophe, Antistrophe und Epodos 
aber eignen sich natürlich auch nicht für die Verteilung an die drei 
Stoichoi. Es bleibt also nur der Vortrag einzelner über. Ich habe 
früher die Strophe dem einen Halbchorführer, die Antistrophe und 
die Epodos dem Koryphaios als dem anderen Halbchorftlhrer und in 
seiner Eigenschaft als Koryphaios gegeben, B. Amoldt hat an den 
Koryphaios und die beiden Tarastaten' gedacht. Wir werden jetzt 
nicht mehr Strophe und Antistrophe an verschiedene Sänger verteilen 
und welche Partie könnte sich dafür auch weniger eignen als diese 
einheitliche Erzählung? Es läge ja in einer solchen Verteilung eine 
gewisse Unnatur, die sich ein griechischer Dichter kaum hätte zu 
Schulden kommen lassen. Wir müssen also die ganze Partie einem 
einzigen Sänger zuweisen und haben die Wahl zwischen dem Kory- 
phaios und dem anderen Halbchorführer. Ich wür4e entschieden 
den ersteren vorziehen, wenn er nicht in den vorausgehenden Ana- 
pästen schon ziemlich lange beschäftigt wäre. Doch darf uns das 
wahrscheinlich nicht irre machen. Dafs hier ein einzelner Strophe, 
Ant. und Epodos singt, scheint seinen Grund in der Nachahmung 
einer besonderen Weise altertümlicher Volkspoesie zu haben. Darauf 
weist auch die eigentümliche Art der Aufforderung aiXivov atXivov 
eliT^ hin. 

3. Wir haben bereits bei verschiedenen Chorgesängen eine 
mehrfache Gliederung und in Verbindung damit einen Wechsel des 
Vortrags gefunden. Die Parodos des Agamemnon, der Perser und 
der Hikediten zerfällt in drei, die der Sieben g. Th. in vier Teile. 
Ebenso zerlegt sich der Schlufscbor der Hiketiden in vier Teile. 
Auch die Stasima Suppl. 630—709 und Eum. 321—396 werden 



über die Technik u. den Vortrag der Chorgesänge des Äschylus. 233 

insofern in zwei Teile geschieden, als auf eine Partie mit Ephymnien 
eine Partie ohne Ephymnien, auf eine Partie einzelner Teile des 
Chors eine Partie des Gesamtchors folgt. Von der gi-ofsen Chor- 
partie Sept. 832 — 960 haben wir bereits zwei Teile abgesondert. 
Auf eine Partie des Gesamtchors 832 — 847, welche die Stellung 
eines Stasimon hat, folgt bei dem Erscheinen der Leichen des Eteo- 
kles und Polyneikes ein Gesfräch einzelner Choreuten. 848 — 860. 
Dann zeigt der Chorführer das Auftreten der Antigone und Ismene 
an (861 — 873). Die weitere Gliederung deutet der Dichter selber 
an mit 

f^jLiäc bk biKT] TTpörepov (pr\^r]c 

TÖV buCK^XabÖV 8' ÖjLiVOV 'Cpivuoc 

dxeiv 'Alba t' 

^XÖPÖV TTttläV* dTTljLldXTreiV. 

Obwohl der Dichter ausdrücklich sagt, dafs der Chor vor dem 
Klagegesang der Schwestern (irpÖTepov (prjlLUlc) singe, hat man wegen 
einzelner Spuren in der Handschrift (es ist einigen Partien der Name 
der Ismene und Antigone vorgesetzt) aus dem folgenden Klagelied 
einen Wechselgesang zwischen den Schwestern und dem Chore ge- 
macht. Man hätte schon deshalb davon abstehen sollen, weil in der 
ganzen Partie keine Spur von schwesterlichem Pathos ist. Darauf 
hat auch Muff a. 0. S. 25 hingewiesen. Freilkh hat Weil; der übri- 
gens mittlerweile selbst seine frühere Ansicht wieder aufgegeben 
hat, die Bedeutung von dTrijLiATTeiv dafür angeführt mit der Bemer- 
kung: mos erat (biKii), feminas genere proximas cantum funebrem 
praeire, ceteras succinere: ^ttI bk crevdxovTO Y^vaiKCC. Ab hoc 
more Aeschjlum non discessisse par est, quod etiam verbo ImjiieX- 
TT61V significari videtur. Itaque diraKOUcdcac aut tale quid excidisse 
fcuspicor. Aber es ist alles in bester Ordnung; es folgt zuerst der 
öjLivoc 'Cpivuoc, dem^ folgt nach (iTTijii^XTTeTai) der iraiäv 'Alba. In 
der That handelt der erste Teil (874—887) von der Erfüllung des 
Fluches, der auf dem Hause des Oedipus lastet, während der zweite 
Teil ein eigentliches Klagelied um die Toten ist. Äufserlich zeigt 
sich der Unterschied darin, dals der erste Teil nach der Strophe und 
Antistrophe anapttstische Hypermetra hat. Es wird auch der Vor- 
trag der beiden Teile verschieden gewesen sein, während diejenigen, 
welche Antigone und Ismene aus dem Spiele lassen, gewöhnlich 
durchaus Halbchöre wechseln lassen. Nur Muff hat in dem ersten 
Teile Halbchöre und Halbchorführer, im zweiten die zwölf einzelnen 
Choreuten angesetzt. Auch ich war früher der Ansicht, dafs die 
meliflchen Partien des ersten Teils den Halbchören, die anapästischen 
den HalbchorfÜhrem angehören; nachdem sich uns aber eine andere 
Ansicht über das Verhältnis von Strophe und Antistrophe ergeben 
hat, liegt nicht der geringste Grund vor, diesen Hymnos nicht dem 
Gesamtchore, die anapUstischen Hypermetra dem Korjphaios zuzu- 
weisen. Dagegen mufs bei dem zweiten Teile, wie allein schon X^- 



234 N. Weckleio: 

Tele 895 beweisen kandy ein Wechsel des geteilten Chors ange- 
nommen werden. Da hryia in Verbindung mit einem wiederholten 
Worte (TeTü|U|Li^voi — TeTUjii^^voi br[Ta 889) gewöbnlieh so ge- 
braucht Yfitdy dafs der eine das Wort des anderen nachspricht, es 
bestätigend und bekräftig^id, so hat man schon in älter^i Ausgaben 
bei T€TU|Li|Li^voi bYyra einen Wechsel im Vortrag augenommen. Dann 
aber ergeben sich bei unbefangener Auffassung nicht zwölf, sondern 
vierzehn Teile. Muff, der ganz besonders geneigt ist, die zwölf Cho- 
reuten einzeln zum Wort kommen zu lassen, meint, dafs seine Hypo- 
these durch diese Stelle gestützt werde. Wir können nicht beistimmen 
und finden unsere Ansicht bestätigt, dafs Vortrag mehrerer einzelner 
Choreuten nur bei niehtantistrophisehen Partien angenommen werden 
darf. Auch mit dem Satze, der sich uns obetL ergeben hat, dafs die 
strophische und antistropbische Partie den gleichen Sängern zufällt, 
stimmt die einfach und deutlich aus dem Inhalt sich ergebende Ver- 
teilung an Halbchöre auf das beste überein. Denn in der ersten 
Strophe haben wir folgende Abwechslung: 

str. A b\ €ÖCUVU)iU)V T€TU)Ll)Ll^VOt 
B T€TU)Ll)Ll€VOl bfl9*. 

A 6)iocTrXdTXvu)V T€ iiXeupujiidTUJV 

u u u w u w _ 

aiai bai)Li6vioi 
alai V dvTupövuJV 
_ 9avdTUJV dpai. 
B biavraiav \lfexQ b6\io\c\ xal*^ 
ciüjLiaciv neniafixiyovc^^) 
dvaubdiip juevei 
dpaiip t' €k TiaTpöc 

QU blXÖqppOVl*^) TTÖTjLll}). 

antistr. A bvfycex bk Km tröXiv ctovoc, 
B cr^vouci irupTOi, 
A cT^V€i TT^büV qptXavbpov* iitevei 

fcreavd t' imfövoxc^ 

b\ i&v aiva)Liöpoic, 

bt' (bv vetKoc ?ßa 

Ktti 9avdT0ü T^Xoc. 
B djLioipdcavTO b* öHuKdpbioi 

KTTi|Lia9', Act' !cov XaxeTv 

biaXXoKTfipi b' oijv*^) 

d)i€)Li(p€ia 91X01C 

oub' ini%apic ''Apnc 



**) X^T€ic für X^Y^ic TrXaTÄv u. ireTrXaTln^vouc /ör itCTrXaTlu^vouc ^w^itw 
Elmsley. — **) oö 6ix6<ppovi föi? 6ixö<ppovi fordert der Srnn. Ebenso 
nachher Ö' oöv für ö' oOk. 



über die Technik u. den Vortrag der Chorgesänge des Aschylus. 235 

Diö zweite und dritte Strophe und Antistrophe besteht, wenn 
man nicht wie neuerdings Weil eine unwahrscheinliche Zergliederung 
und Zerpfltickung eintreten lassen will, aus je zwei Teilen (str. A 
B = antistr. A B), so dafs wir ganz die gleiche Anordnung wie in 
der Parodos der Eumenideri erhalten. Auch das ist gleich, dafs im 
Anfang der eine Halbchor den Satz des anderen unterbricht, hier 

A bl' €UUJVU|LAUJV T€TU)Ll)Ll^VOl — B TeTU)Ll)Ll€VOl bfiG' — A 6|iOCTrXdT- 

XVU)V T€ Kii, in den Eumeniden A eTrdGo|iev, 9iXai, -^ B fj TToXXa 
bfi TTaGoöca xai ilaoittiv ^tu), — A eTraGoiaev ttciGoc ktL Demnach 
besteht das ganze Cliorikon aus fünf Abteilungen mit wechselndem 
Vortrag: Gesamtchor, einzelne Choreuten, Chorführer, Gesamtchor 
und Chorführer, Halbchöre. 

Ein besonders interessantes Beispiel vielfacher Gliederung bietet 
der grofse Kommos in den Choephoren 315 — 475. Es ist interessant 
zu verfolgen, wie in diese Partie nach den verwegenen Umwälzungen 
von Schütz allmählich durch Hermann, 0. Müller u. a. Ordnung und 
Klarheit gebracht worden ist. Da immer noch über die Zuweisung 
einzelner Partien Zweifel herrscht, kommt es zunächst darauf an, die 
einzelnen Glieder zu sondern; denn wir können jetzt von vornherein 
sagen, dafs innerhalb einer und derselben Abteilung die Reihenfolge 
sich nicht ändern darf. Das erste anapästische System 340 — 344 
bildet keinen Abschnitt, weil zur Strophe des Chors noch die Anti- 
strophe fehlt; dagegen ist die Responsion abgeschlossen bei dem 
zweiten anapästischen System 372 — 379. Da nun ohne Zweifel bei 
423 ein neuer Abschnitt anhebt, so könnte man 315 — 371 als erste, 
380 — 422 als zweite Abteilung gelten lassen. Nun aber steht die 
anapästische Partie 372 — 379 in der Mitte, ohne zu dem einen oder 
anderen Teile zu gehören. Zweitens werden beide Teile in unmoti- 
vierter Weise von anapästischen Systemen unterbrochen. Drittens 
weisen diese Systeme durch ihre Gleichheit auf einander hin und 
was die Hauptsache ist, wir haben zu beiden Seiten jenes vereinzelten 
anap. Systems je sieben Teile, gleich geordnet und an gleicher 
Stelle die zwei respondierenden anapästischen Systeme eingeschoben. 
Wir müssen also notwendig die ganze Partie 315 — 422 als ein ein- 
ziges symmetrisches Ganze betrachten und können nunmehr, da nach 
dem Anfange feststeht, dafs zur Strophe des Orestes Elektra die 
Antistrophe singt, dafs die Strophen und Antistrophen des Chors 
zwischen die Strophen und Antistrophen der Bühnenpersonen faUen, 
zwischen Strophe und Antistrophe des Chors aber eine anapästische 
Partie eingeflochten ist, so zu sagen a priori die Zugehörigkeit der 
vierzehn Teile bestimmen: 

Or. Cho. EL Cho. Or. Cho. El. Cho. Or. 

str. 1 str. 1 ant. 1 syst str. 2 ant. 1 ant. 2 syst. str. 3 

Cho. El. Cho. Or. Cho. El. 

str. 2 ant. 3 antisyst. str. 4 ant. 2 ant. 4 

und wie trefflich pafst der Inhalt zu dieser Abteilung. Auch 



236 N. Wecklein: 

bei Äschylus ist Elektra die leidenschaftlich erregte, Orestes der 
mehr sentimentale und vor der That zurückbebende. Nur der Elektra 
kann also 394 - 399 

Kttl TTÖT* Sv <i)Li(pi9aXf|C 

Zeuc im x€ipa ßdXoi, 

9€Ö qpeö, KOipava bat2ac; ktL, 
nur dem Orestes andererseits 405 — 409 

TTOi TTOl bf| V€pT€pU)V TUpaWlbCC; 

ibeie TToXuKpaTeTc dpai 90i|Lievu)v, 
!bece' 'ATpeibdv tci Xgitt' djurixaviuc 

f XOVTtt Kttl bUüjLldTUJV 

ciTijLia. nq. Tic TpdTroiT' dy, iL Zeö; 
zugehören. Und wenn auf die zuletzt angeführten Worte der Chor 
entgegnet: *mir zittert das Herz, wenn ich solche traurige (d. i. trost- 
lose) Worte höre; wenn ich aber andererseits dich in voller Kraft 
sehe, dann kehrt die Zuversicht wieder und schwindet die Traurig- 
keit', wem können diese Worte anders als Orestes gelten? Orestes 
mufs also vorher die trostlosen Worte gesprochen haben. Man mag 
die Emendation örav b' auT* diiaXKfi c' opujiaai, Gdpcoc direcTacev 
dxoc (415 f.) gelten lassen oder nicht, der Sinn der Stelle mufs der 
angegebene sein. Wenn man endlich die Worte 418 ff. 
rt b' Sv 9dvT€C TuxoiMCv; f| Tdirep 
Trd0o)Liev dxea iipöc t^ tujv xeKOjLi^vuJV, 
TrdpecTi calveiv, id b' outi G^XTerai; 
XuKOC fäp UJCT* ujjiöqppujv 
dcavToc ^K jLiarpöc icix 9u|liöc. 
auffafst; wie sie aufgefafst werden müssen: ^wie kann man es richtig 
bezeichnen ; oder (mufs man sagen) : was wir von der Mutter erlitten, 
läfst sich sühnen, für das andere (den Mord des Vaters) aber giebt 
es keine Verzeihung. Denn so wenig wie einen wilden Löwen kann 
die Mutter unser Gemüt versöhnen', so kann wieder nur Elektra die 
Worte sprechen, denn unter den Leiden, für die es unter Umständen 
eine Verzeihung geben würde, versteht sie die erlittenen Kränkungen, 
die sie 444 — 450 ausführlich schildert. So steht also der erste Ab- 
sijhnitt des Kommos fest und zeigt in der Mannigfaltigkeit die Regel- 
mäfsigkeit, die wir überall bei Äschylus finden. Wenn Orestes die 
Strophe, Elektra die Antistrophe singt, so vertreten die beiden Ge- 
schwister gleichsam nur eine Person (vgl. kXö9i vuv, (b Trdrep, dv 
|atp€i TTöXubdKpUTtt tt^vGti 332). Zudem sind es Bühnenpersonen. 
Die gröfsere anapästische Partie 372 — 379 föllt natürlich dem Chor- 
führer zu; bei den beiden anderen Systemen, die sich entsprechen, 
kann man an den Führer des anderen Halbchors denken. Doch 
haben wir keinen genügenden Grund von dem Koryphaios, dem 
solche Partien sonst zukommen, abzusehen. — Der zweite Abschnitt 
423—455 überrascht uns mit einer ungewöhnlichen Anordnung: 



über die Technik u. den Vortrag der Chorgesänge des Äschylns. 237 

str. 1, str. 2, ant. 2, ant. 1. Es ist das jener einzige Fall, von dem 
wir oben gesprochen haben. Wir könnten darum geneigt sein, der 
Umstellung, an welche Weil gedacht hat, ohne noch das Gesetz der 
regelmäfsigen Abfolge von Strophe und Antistrophe zu kennen, das 
Wort zu reden. Weil hat nämlich die Partie des Orestes 434 — 438 
den ersten Worten TÖ ttSv drljuiüc ^XeSac entsprechend ans Ende 
(nach 455) gesetzt, so dafs Chor und Elektra wetteifernd den Ore- 
stes bestürmen und dieser zuletzt den festen Entschlufs die That zu 
vollbringen kundgiebt. Wir erhielten dann einfach eine Strophe und 
eine Antistrophe unter verschiedene Personen yerteilt, wie wir es 
im folgenden Abschnitt sehen werden. Weil führte als fiufsere 
Stütze für seine Ansicht den auffälligen Umstand an, dafs das zu 
438 gehörige Scholion sich dem Scholion zu 455 angeschlossen habe. 
Wenn auch manchmal Scholien falsch gestellt sind, müfste dieser 
merkwürdige Zufall doch sehr bestechend sein. Heimsoeth Wieder- 
herstellung S. 484 zweifelt aber an der Richtigkeit der Umstellung 
und vermutet, dafs die unrichtige Stellung des Scholion nur ein 
Versehen in der Ausgabe von Dindorf sei. Diese Vermutung hat 
sich wie kaum eine andere von Heimsoeth bestätigt. Das Scholion 
steht in der Handschrift bei dem Verse, zu welchem es gehört. Es 
sind bei Dindorf öfter Scholien, die nicht bei ihrem Verse, sondern 
unten am Rande stehen, irriger Weise zu dem letzten Verse der be- 
treffenden Seite gesetzt: hier aber haben wir ein reines Versehen. 
Der Inhalt fordert die Umstellung nicht unbedingt. Es wäre auch 
nicht ganz unbedenklich, wenn Orestes die eine Partie schliefsen und 
die nächste (mit 456) wieder beginnen würde. Endlich darf uns 
die Unregelmäfsigkeit der Strophenordnung um so weniger auffallend 
sein, als damit auch eine Unregelmäfsigkeit in dem Vortrag von 
Strophe und Antistrophe verbunden ist, welche sich auch bei Äschjlus 
nirgends mehr findet: Der Strophe einer Bühnenperson entspricht 
die Antistrophe des Chors. Mit Recht aber hat aus dieser auffälligen 
Entsprechung Heimsoeth geschlossen, dafs nicht der Chor, sondern 
nur der Chorführer der Vortragende sei. Die erste Strophe und 
Antistrophe wird bald der Elektra allein, bald Chor und Elektra 
(Cho. El. = El. Cho.) zugeteilt. Augenscheinlich ist 428 Schlufs- 
vers und 429 Anfang einer neuen Partie. Dafs auch die Antistrophe 
in gleicher Weise getrennt werden mufs, beweisen am deutlichsten 
die das vorhergehende bestätigenden Worte 453 rd jifevTap outujc ?X€t, 
die nicht der Elektra, sondern nur dem Chore zngehören können. 
Ferner kann auch die erste Partie 423 — 428 deshalb schon der 
Elektra nicht gegeben werden, weil wir gesehen haben, dafs die un- 
mittelbar vorhergehende Partie der Elektra zufällt. Endlich kann 
man wieder gleichsam a priori feststellen, dafs wenn der Chor mit 
Orestes abwechselt, er auch mit Elektra wechseln mufs. Es ist also 
die erste Strophe so verteilt, dafs was der Chorführer in der Strophe 
singt, in der Antistrophe Elektra bat und umgekehrt. In der zweiten 



238 N. Wecklein: Ober die Technik etc. 

Strophe wechselt einfach der Chor mit Orestes. — Im dritten Ab- 
schnitt 456 — 462 ist Strophe und Antistrophe gleichmäfsig an 
Orestes, Elektra, Gesamtchor (vgl. ctdcic TTCtYKOivoc &be 458) ver- 
teilte — Den letzten Abschnitt 466 — 475 endlich hat Kirchhoff sehr 
schön allen zusammen zugewiesen. — Wie eine anapästisohe Partie 
des Chorführers den Kommos emleitet, so wird dieser auch durch 
eine kleine anapästische Partie des Koryphaios abgeschloss^i. 

Die Ergebnisse unserer Untersuchung lassen sich in folgenden 
Sätzen zusammenfassen: 

1. Die Annahmen von Prooden, Mesoden, von künstlicher Ver- 
flechtung der Strophen und Antistroph^i erweisen sich als irrig. 
Einfetchheit und Ordnung ist das Gesetz der chorischen Technik des 
Äschylus. Nur beechrttnkt sich diese Gleichmäfsigkeit auf das ein- 
zelne Glied des Chorgesangs und mufs darum bei der Bestimmung 
der Ordnung die Gliederung der Chorika, besonders der Parodoi 
und Eommoi wohl beachtet werden. 

2. Wer die Strophe singt, singt in der^ßegel auch die Anti- 
strophe. 

3. Gesang von einzelnen Choreuten, sei es von allen zwölf — 
denn nur diese Zahl ist bei Äschylus anzunehmen — , eei es von 
den Führern der Halbchöre, deren einer der Koryphaios ist, ist nur 
nachweisbar in nicht antiskophischen Partien. Ausnahmsfölle sind 
Ag. 104—159, Cho. 423-428 mit 439—443, 451—455, Suppl. 
1053—1062, wo der Chorführer unter besonderen Umständen in 
antistrophischen Partien thätig ist. 

4. Verwendung der Haibchöre und der drei CTotxoi findet sich 
in einigen Parodoi und Kommen, auch in einigen Stasimen, welche 
Ephymnien haben. Sonst werden die antistrophischen Gesänge von 
dem Gesamtchor, die anapäetisi^en Chorika und die dem Chore 2U- * 
fallenden Trimeter und Tetrameter von dem Koryphaios vorgetragen. 
Ausnahmsfälle bilden Ag. 1 344 bez. 1348 — 137 1 und Eum. 585—608, 
wo die zwölf Choreut^i nach einander sich am Gespräch beteiligen, 
und Pers. 155 — 158, wo der ausdrücklichen Aufforderung des Chor- 
führers entsprechend (iidvTac jLiOdoici Trpocaubäv) der gesamte Chor 
die Königin mit den vier Tetrametem begrüfet. Weniger ist als 
Ausnahme Ag. 489 — 502 zu betrachten, wo nur das in einer me- 
lischen nichtantistrophischen Partie begonnene Wechselgespräch der 
beiden Halbchorftthrer in Trimetem fortgesetzt wird. 

5. Dazu fügen wir zum Schlufs noch die Bemerkung, dafs der 
Prometheus wie in anderen Punkten . (vgl. meine Ausgabe S. 22), so 
auch in der Technik und Gliederung der €horgesänge sich von den 
übrigen erhaltenen Stücken des Äschylus unterscheidet und von der 
besonderen Kunstweise des Äschylus keine Spur aufweist. 



OCT 18)887 
MAR 171888 

NOV^O^.öüJ 



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